Viel Neues im Westen – Die erste Teilnahme an der Deutschen Fußballmeisterschaft der WfbM in Duisburg

Nicht nur Fußballfans kennen seinen Namen. Schließlich gibt es dem Gassenhauer nach nur einen: Rudi Völler. Er spricht an diesem Mittwochvormittag Anfang September anerkennende Worte in Richtung der anwesenden USE-Fußballer. Gebannt hängen sie an seinen Lippen und genießen den Moment. Manche aus der Mannschaft kennen ihn noch als Spieler, als Weltmeister von 1990. Der Großteil verortet ihn als Bundestrainer bei der WM 2002, einige jüngere erkennen ihn als aktuellen Sportdirektor der Nationalmannschaft.

Es sind Erlebnisse wie diese, die hängenbleiben werden von der ersten Teilnahme an der Deutschen Fußball-Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. Nach der Qualifikation im Mai war die Aufregung und Neugierde groß. Noch nie repräsentierte eine Fußballmannschaft der USE das Bundesland Berlin bei den Wettbewerben in Duisburg. Entsprechend angespannt, aber auch unbekümmert machte sich die Gruppe mit dem Trainerteam Lüttschwager/Schindler auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen.
Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft finanzierte und organisierte Veranstaltung schaffte schon zu Wochenbeginn eine wohlige Atmosphäre. Untergebracht in der Sportschule Wedau fehlte es den 16 Mannschaften aus 16 Bundesländern an nichts. Nach der feierlichen Eröffnung und Gruppenauslosung durch Chef-Losfee und DFB-Vizepräsident Peter Frymuth konnte der Abend mit einem kleinen Geländerundgang und Trainer/Orga-Fußballkick ausklingen.

Der erste Spieltag am Dienstag startete für die Berliner Vertreter nach Maß. Mit 5:1 gelang das erste Ausrufezeichen gegen die Vertreter Thüringens. Im zweiten Spiel des Tages wurde den Hauptstädtern dann aber die Grenzen aufgezeigt. Trotz ansprechender zweiten Halbzeit musste man sich am Ende mit 3:6 Bayern geschlagen geben. Keine Schande, wurde das Team der WEFA gGmbH später sogar Deutscher Meister 2026. Umso unglücklicher, dass im letzten Vorrundenspiel auch noch der spätere Drittplatzierte warten sollte. Nach großem Kampf war es der USE leider nicht vergönnt, sodass die 1:2-Niederlage schweren Herzens akzeptiert werden musste.

Der spielfreie Mittwoch tat somit gut und bei der Leverkusener Stadiontour konnten die Kräfte wieder aufgetankt werden. Ein Teil der Gruppe hatte so viel Freude am Stadionbesichtigen, dass nun auch noch ein Blick auf die nahegelegene MSV-Arena des ansässigen Drittligisten geworfen werden sollte. Und siehe da…die Neugier wurde belohnt. Eine nette Mitarbeiterin des Fanprojektes lies die Augen der Berliner Gäste ein weiteres Mal an diesem Tage strahlen und ermöglichte den exklusiven Zutritt zum Presse- und Stadioninnenraum.

Mit neuer Energie ging es am Donnerstag in die finalen drei Partien. Zunächst gelang ein überzeugender 2:0-Sieg gegen Bremen. Im Anschluss wartete der Saarländische Vertreter Vevio auf dem perfekt gemähten Grün. Ein berauschender 2:1-Sieg spülte die Mannschaft ins entscheidende Spiel um Platz 9. Dort musste man sich mit dem traditionell starken Baden-Württemberg auseinandersetzten. Nach überragenden Paraden von Stammkeeper Gary Gutierrez und einem feinen Tor von Mustafa Sobutay wurde der 1:0-Erfolg ausgiebig gefeiert. Angesichts der schweren Vorrundengruppe und der erstmaligen Teilnahme konnte die einstellige Platzierung als voller Erfolg gewertet werden.